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Geschrieben von holger
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Dienstag, 02 November 2004 |
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Heute war der Anlaß weniger schön. Der Vater meines Schwagers war nach langer Krankheit verstorben und so wurde ich Zeuge einer traditionellen Zeremonie. Anders als in Deutschland findet die Zeremonie unter Leitung einer ganzen Zeremoniengruppe statt, die in festlichen bunten Gewändern gekleidet ist.. Die 7 Mann starke Truppe begleitet die Trauergemeinde mit Musik und rituellen Gesängen. Wer schön mal chinesische Musik gehört hat, der weiß, dass nicht ganz leise abgeht, denn die bösen Geister sollen ja verscheucht werden. Die Trauergemeinde kommt auch nicht auf einmal. Die direkten Nachkommen des Versstorbenen (alle in weißen Gewändern) empfangen aller Trauergäste den ganzen Tag über. Jedesmal wenn eine neue Gruppe kommt wird diese an einen Schrein geführt wo man dann nach Ansage 3 Verbeugungen macht, um sich dann mit einer 4, Verbeugung den direkt anbei sitzenden Verwandten zu widmen. Die ganze Zeit sieht man wie alle Besteiligten kleine 10 mal 10 cm große Papierstücke zu einer Rolle falten, die Ecken einknicken und dann sammeln. Diese Papierstücke sind mit einen quadratischem Stück Blattgold versehen und werden Stück für Stück verbrannt damit der Verstorbene diese dann als Zahlungmittel im Jenseits benutzen kann. Ich selber war ca 1 Stunde da und habe so gut es ging meine Verbeugungen gemacht und meine Papierstückchen gefaltet. Man hat mir zwar versichert, dass ich das nicht machen muß weil ich ja aus einer anderen Kultur käme, hat es aber dann doch gern gesehen, dass ich meinen kleinen Beitrag so gut es geht leiste. Insgesamt schien mir die ganze Zeremonie etwas gelassener als in Deutschland zu sein, allerdings muß ich zugeben, dass ich natürlich überhaupt nichts verstanden habe. Aber nun gut, daran habe ich mich ja bereits gewöhnt. Ich finde es gut, dass man nicht zu einem festen Zeitpunkt kommen muß. Das gibt einem die Möglichkeit abends um 20:Uhr nach der Arbeit noch zu kommen. Dies ist so typisch für Hong Kong - alles muß irgendwie praktisch sein, selbst bei der Beerdigung. Gegen 22:00 Uhr war dann allerdings auch Schluß. Für mich war es jedenfalls ein neues Kapitel der Kultur, die versuche Stück für Stück zu erleben und die ich wahrscheinlich nie richtig verstehen werde. Eines Tages werde ich mich an meine ersten Wochen in Hong Kong erinnern und dann wird dieser Tag mit Sicherheit dabei sein.
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