Wie bei http://www.orf.at/ berichtet:
In China soll ab 2015 eine gigantische Brücken- und Tunnelkonstruktion Hongkong mit Macao verbinden. Die Gesamtlänge soll - inklusive 5,5 Kilometer Unterwassertunnel - 50 Kilometer betragen. Beim Bau setzen die Konstrukteure auf Hightech. Die riesigen Teile des Bauwerks werden vorgefertigt und erst an Ort und Stelle zusammengefügt. Nach ihrer Fertigstellung sollen der Hongkong-Zhuhai-Macao-Brücke mit sechsspuriger Fahrbahn weder Orkane noch Erdbeben etwas anhaben können.
Knapp eineinhalb Jahre nach der Eröffnung einer 36 Kilometer langen Meeresbrücke über die Bucht von Hangzhou ist in China bereits der Startschuss für das nächste architektonische Mammutprojekt gefallen: eine Brücken- und Tunnelkonstruktion, die das Perlenflussdelta und die beiden Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao verbinden soll.
Die Y-förmige Konstruktion soll insgesamt 50 Kilometer lang sein, wovon rund 35 Kilometer durch Brücken überspannt werden, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua zuletzt berichtete.
Unterwassertunnel, künstliche Inseln
Der Bau der Hongkong-Zhuhai-Macao-Brücke soll bereits 2015 abgeschlossen sein, die Kosten von umgerechnet fast 7,6 Mrd. Euro wollen sich China, Hongkong und Macao teilen.
Die Baupläne sind anspruchsvoll: Neben einem rund 5,5 Kilometer langen Straßentunnel unter Wasser sollen an dessen beiden Enden künstliche Inseln im Meer als Anschlussstellen entstehen.
Erdbeben- und orkansicher
Die Teile der Brückenkonstruktion sollen - um Bauzeit zu sparen - ebenso vorgefertigt werden wie die jeweils 100 Meter langen Teilstücke der Tunnelröhre.
In fertigem Zustand soll die sechsspurige Brücke sowohl Windgeschwindigkeiten von bis zu 201 Stundenkilometern als auch Erdbeben bis zu einer Stärke von acht auf der Richterskala standhalten können, erklärte der verantwortliche Projektingenieur, Zhou Yongling, gegenüber Xinhua. Die Stützen sollen eine Höhe von 170 Metern erreichen.
Neues Wirtschaftszentrum soll entstehen
Die Errichtung der Brücke ist Teil eines Plans der staatlichen chinesischen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC), mit dem die Region in Ostchina bis 2020 zu einem bedeutenden Wirtschaftszentrum aufgewertet werden soll.
Umweltschützer warnen
Umweltschützer sind mit dem Riesenprojekt weniger glücklich als die Regierung in Peking. Laut dem britischen "Guardian" warnt der World Wide Fund for Nature (WWF) vor einer Zerstörung des maritimen Ökosystems und dem Ende seltener Populationen von weißen Delphinen, die im Delta des Perlflusses vorkommen.
Die Regierung verweist darauf, dass ökologische Folgen des Baus in die Planung eingeflossen seien. "Wir werden Baulärm und Trübung des Meerwassers kontrollieren und Verschmutzungen durch Öl vermeiden, zitierte Xinhua Projektkoordinator Zhou.
Hangzhou-Brücke bereits in Betrieb
China hatte erst im Mai des Vorjahres die 36 Kilometer lange Hangzhou-Brücke, die die Region Schanghai mit der Industriemetropole Ningbo verbindet, eröffnet. Die Schrägseilkonstruktion gilt derzeit als zweitlängste Seebrücke der Welt.
Die längste derartige Brückenverbindung ist bisher der 1969 fertiggestellte Lake Pontchartrain Causeway in New Orleans (US-Bundesstaat Louisiana) mit einer Länge von über 38 Kilometern. Die längste Brücke der Welt überhaupt ist der 54 Kilometer lange Bang Na Expressway in der thailändischen Hauptstadt Bangkok. Der führt über seine weitesten Teile über Land.




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